Verkehrsparen - Vorstellung einer Mobilitätsstudie im Entlisbergquartier

An einem öffentlichen Anlass der SP Zürich 1+2 im ABZ-Lokal Entlisberg informierten am Donnerstagabend Samuel Bernhard, Geschäftsleiter Club der Autofreien Schweiz und Thomas Schweizer, Geschäftsleiter Fussverkehr Schweiz über die Studienergebnisse zu Mobilität und Mobilitätsverhalten in sieben Zürcher Genossenschaftssiedlungen. Moderiert wurde der Anlass von Kantonsrätin Sabine Ziegler. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag  - dem Veranstaltungsort entsprechend - auf den Ergebnissen der Teilstudie zum Entlisbergquartier. Hier wurden Bewohner der ABZ Siedlung Entlisberg befragt.

Energiesparen ist ein selbstverständlicher Begriff. Niemand stolpert mehr darüber. Aber Verkehrsparen? Klingt irgendwie sperrig und ungewohnt. – „Das ist kein Zufall“, sagt Samuel Bernhard, Geschäftsleiter Club der Autofreien der Schweiz. Energiesparen fokussiert zurzeit meistens auf Einsparungen im Gebäudebereich, da der Energieverbrauch in der Schweiz in diesem Bereich am höchsten ist.

Wenn man davon ausgeht, dass das 2000-Watt Ziel, welches die Zürcher Bevölkerung am 30. November 2008 in der Gemeindeverordnung verankert hat, bis 2050 erreicht werden soll, so lohnt es sich, auch die Mobilität anzuschauen, auf deren Konto etwa ein Viertel unseres jetzigen Verbrauchs von über 6000 Watt pro Person geht. Auch hier gibt es  – wie im Gebäudebereich - ein grosses Optimierungspotential.

Die Auswertung der Befragungen ergab, dass die ABZ-Siedlung in Wollishofen in Bezug auf die Anzahl autofreier Haushalte mit 45% im städtischen Durchschnitt liegt (im Vergleich: schweizweit gibt es nur 19% autofreie Haushalte). Überdurchschnittlich viele Bewohner der befragten Genossenschaften sind Mitglieder bei Mobility Car Sharing und haben General- oder Halbtaxabonnements. Auch die Anzahl Velos liegt sowohl über dem schweizerischen wie auch dem städtischen Durchschnitt.

Handlungsbedarf im Gebiet Entlisberg sehen die Verfasser der Studie vor allem in den Bereichen Parkierung von Autos und Velos und der verbesserten Erschliessung des Quartiers durch den öffentlichen Verkehr. Kurzfristig könnte auch die Mobilitätsinformation verbessert werden. Eine weitere Option wäre das Angebot von Mobilitätsdienstleistungen wie Car-Pooling und Velovermietung. 

Insgesamt gesehen, zeigen die Bewohner der untersuchten Genossenschaftssiedlungen bereits heute ein überdurchschnittlich verkehrssparendes Mobilitätsverhalten. Es ist aber auch eine Abhängigkeit zu den vorhandenen Rahmenbedingungen festzustellen.

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