Verschwendung fossiler Energie
Wie einfach ist es doch jetzt auf BP einzudreschen. Ob US-Regierung, Konkurrenten oder ganz normaler Erdölprodukteverbraucher und da schliesse ich mich ausdrücklich mit ein, alle finden plötzlich einen Sündenbock um von eigenen Versäumnissen abzulenken. Die Aufweichung der Sicherheitsbestimmungen, die zum derzeitigen Desaster im Golf von Mexiko mindestens beigetragen hat, kann man zwar der jetzigen US-Regierung nicht anhängen - das hat die unsägliche Bush/Cheney-Adminstration verbrochen, ist aber letztendlich nicht wirklich ausschlaggebend für diese Katastrophe.
Die ist nämlich eine Folge der ungebremst wachsenden Nachfrage nach Erdöl. Da die einfach erschliessbaren und relativ sicher abbaubaren Vorräte weitestgehend erschöpft (z.B. Nordsee) sind, wird es immer attraktiver Vorräte abzubauen, die im Grenzbereich des technisch Machbaren sind. Deep Water Horizon ist dabei noch lange kein Extremfall. Es werden heute bereits bis zu 10 km unter der Wasseroberfläche Tiefseebohrungen vorgenommen! Solange wir aber den hochwertigen Energieträger Erdöl, aber auch Erdgas, mit extrem ineffizenten Technologien aus dem vorletzten Jahrhundert (Verbrennungsmotoren und Heizungen mit einem Wirkungsgrad von max. 40%) für unsinnige Transporte und ineffiziente Wärmegewinnung verschwenden, wird sich daran nichts ändern.
Neben der längerfristig sinnvollen und auch unvermeidlichen Reduktion der Transporte, muss kurz- und mittelfristig unbedingt auch ein höherer Effizienzgrad bei der Nutzung der fossilen Energieträger erreicht werden. Die Technologie dazu existiert, ihr Einsatz wird aber unnötig und völlig unsinnig erschwert, bzw. fast verunmöglicht. Die Wärme-Kraft-Koppelung, d.h. die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme mit einem Wirkungsgrad von 80% - 90%, wird bei uns, insbesondere bei den sehr wirkungsvollen Kleinanlagen dadurch verhindert, dass einerseits keine geregelte Vergütung für die Einspeisung des Stroms existiert und andererseits je nach System die Mineralölsteuer für Verbrennungsmotoren zur Anwendung kommt.
Der Primärenergieverbrauch der Schweiz wird noch immer zu über 65% durch fossile Treib- und Brennstoffe gedeckt und die werden mit einerm Wirkungsgrad von max. 40% genutzt, anstelle von 80 - 90%, d.h. wir verpuffen rund 9 Millionen Tonnen Erdöläquivalent jährlich ohne jegliche Nutzung, was in etwa der 3-fachen Jahresproduktion der Raffinerie in Cressier entspricht!




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