Kinderbetreuung JA!
Am 13. Juni stimmen wir auf kantonaler Ebene übzer die Volksinitiative «Kinderbetreuung Ja!» und einen dazugehörigen Gegenvorschlag des Kantonsrates ab. Die SP empfiehlt ein doppeltes Ja und in der Stichfrage die Initiative anzukreuzen.
Es fehlt jedoch der gesetzliche Auftrag für das Vorschulalter und in der Finanzierung kneift der Kanton weitgehend. Ausserdem fehlen in vielen, vor allem ländlichen Gebieten auch für die grösseren Kinder die entsprechenden Angebote oder es hat lange Wartelisten.
So hat es gegenwärtigknapp 10000 Plätze im Kanton, die Nachfrage fordert aber bereits heute weitere 8000 – 9000 Plätze und ist steigend. Schliesslich sollten die Elternbeiträge in einem vertretbaren Rahmen bleiben, sonst können es sich Eltern mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten die Krippe nicht mehr leisten und lassen ihre Kinder unbetreut zu Hause mit den bekannten ungewollten sozialen Folgen. Auf über 40 Prozent der Kinder zwischen 7 und 14 Jahren trifft diese bittere Tatsache heute leider zu. Unter der Führung von FDP und Grünliberalen gibt es nun einen Gegenvorschlag des Kantonsrates, der aber lediglich die Gemeinden in die Pflicht nehmen will und bei der Beteiligung durch den Kanton kneift. Vor allem kleinere Gemeinden sind aber überfordert, selber ein bedarfsgerechtes Angebot einzurichten. Ausserdem wurde gegen den Willen von SP und Grünen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei der Bemessung der Elternbeiträge gestrichen. Die SVP will aus gesellschaftspolitischen Gründen gar nichts und plädiert für ein doppeltes Nein. Es ist wichtig, dass wir bei der ausserhäuslichen Kinderbetreuung einen Schritt nach vorne machen. Die Gemeinden stellen zusammen mit dem Kanton den Bedarf fest und stellen ein entsprechendes Angebot zur Verfügung. Finanziert werden sollen die Einrichtungen mit Elternbeiträgen, bemessen nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, sowie Beiträge von Gemeinden und dem Kanton. Mit dem Volksschulgesetz wurde die Rechtsgrundlage geschaffen für die Kinderbetreuung während der Schulpflicht.
Es ist heute allgemein anerkannt, dass die ausserschulische Kinderbetreuung ein Gewinn ist. Ein Gewinn für die Kinder, die in Ergänzung zur eigenen Familie mit anderen Kindern sozialisiert werden, ein Gewinn für die Eltern, die ihre berufliche Tätigkeit mit den Erziehungsaufgaben in der Familie vereinbaren können und ein Gewinn für die Gesellschaft. Die Unternehmen können ihre Angestellten trotz Familienphase weiter beschäftigen und die Volkswirtschaft verliert ihre ausgebildeten Fachleute nicht mehr. Es gibt also nur Gewinnerinnen und Gewinner bei dieser Vorlage. Aus Sicht der SP am besten mit der Initiative, aber immerhin ist ein kleiner Schritt vorwärts besser als ein Stillstand.
Deshalb empfiehlt die SP ein doppeltes Ja und in der Stichfrage ein Kreuz bei der Initiative.




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